die buben und das holz (und ihre mutter)

mindestens einmal pro tag bin ich mit den kindern draussen. meistens zweimal. jedes einzelne mal schleppe ich zweige, äste und hölzer mit nach hause. nicht, weil ich das unbedingt möchte oder brauche. ich kündige manchmal sogar im voraus an, dass ich heute nichts nach hause schleppen werde, dass jeder sein beute selbst tragen muss. und tu es dann doch wieder. mal ganz abgesehen davon, dass ich als autofreier mensch sowieso täglich irgendwas nach hause schleppe. ich bin froh, dass wir noch ein kind im kinderwagenalter haben. immer seltener sitzt da zwar ein kind, aber immer öfter eben zweige, äste, hölzer.

warum die das tun? keine ahnung. instinkt? sammelwut? testosteron? vorbild? (zumindest liegt bei uns dieses buch herum. könnte also sein.) ich hab aufgehört mich das zu fragen. der grosse hat das getan, der kleine fängt jetzt auch an. sie sagen, sie machen irgendwann ein feuer damit. falls das wirklich geschieht, wird es ein grosses feuer.

warum ich das tue? erstens: weil ich sie liebe. (darum mache ich überhaupt alles.) zweitens: weil ich es gut finde. ich verstehe es zwar nicht, aber ich finde es gut. meine kinder haben keine ahnung, was paw patrol ist und sie interessieren sich nicht für das, was im überraschungsei steckt (aber natürlich für die schokolade drum herum). sie schleppen halt einfach holz in der gegend herum. ich finde: es könnte schlimmer sein. und mache mit.

Cheerio, Januar!

„January was a tough year but we made it!“

Irgendwo gelesen und sehr genickt. Begonnen hat er mit einer Hiobsbotschaft, geendet mit Kotze. Nein, das dazwischen war auch nicht besser.

Gut war: Lohnerhöhung (ich komme meinem persönlichen Ziel immer näher (was dann? kündigen?)), #januhairy (inklusive Hallenbad, krass gell?), Netflix-Probeabo, Hammam, Freundinnen, Schnee, Kälte, Riesenschritte bei einem Kind und Kopfhörer.

Gelesen:

Gehört:

Buchempfehlung Ihrer Lieblingsbibliothekarin: Die Fibel der Gelassenheit.

Die gute Nachricht für all jene, die mich für den letzten Blogpost ein bisschen gehasst haben: Es wurde dann doch noch ziemlich doof.

Aber ich habe jetzt das passende Buch für mich gefunden: Die Fibel der Gelassenheit. Das kleine ABC eines entspannten Familienlebens.

Ein Beispiel und gleich ein Volltreffer: „A wie Ansprüche, zu hohe: Überflieger im Job? Immer entspannt mit den Kindern? Beste Feinbäckerin der Welt? Immer ein persönliches Geschenk, handgefertigt und originell? Sich einrichten wie in „Schöner wohnen“? … Ich picke mir das raus, was für mich passt, was mein Herz höher schlagen lässt, was zum Ausdruck bringt, wer ich bin. Der Rest kommt in die Tonne.“

Nein, wirklich neu war mir nichts. Aber ein guter Reminder, liebevoll aufbereitet. Die Illustrationen sind jetzt nicht so mein Stil, aber ich kann mir vorstellen, dass die bei vielen sehr gut ankommen und dass dieses Büchlein ein wundervolles Geschenk sein könnte für frische oder schon erfahrenere, aber leicht gestresste Eltern. Wie mich.

So schön krank.

Wir haben hier gerade eine kleinere Krankheitsphase. Der Kleine löst soeben den Grossen ab, der aber auch noch nicht ganz fit ist.

Ich wünsche den Buben, dass sie ganz bald wieder gesund sind. Aber ich merke auch, dass das alles nur halb so schlimm ist.

Erstens ist es nichts mit dem Magen. Zweitens bin ich total entspannt, was das Fernbleiben von der Lohnarbeit wegen kranker Kinder angeht. Drittens haben wir viele Bücher, Hörbücher, DVDs, Eiswürfel (dieser Spass hat uns heute sicher schon eine ganze Stunde unterhalten) und (noch!) genügend Essensvorräte.

Das sind doch alles Gründe, ziemlich gerne krank zu sein, oder? Das war eins meiner Ziele als Mutter: dass es meine Kinder auch mal so schön haben, wenn sie krank sind. Wie ich damals (und heute!).

Ein bisschen fühle ich mich, als hätten wir die restlichen 8 Werktage schon überstanden.

terrible.

beim zweiten… blablabla. was aber definitiv so ist: beim zweiten bin ich viel entspannter. schlaf? ach, haben wir die letzten 5 jahre auch ohne überlebt. gemüse? hatte er heute schon? sonst halt morgen. zähne? hat er definitiv, aber keine ahnung wie viele. und so weiter. was der kleine aber perfektioniert hat: die terrible twos. ja, hatten wir beim ersten auch. aber der hier, der toppt alles.

er ist wütend und laut und es muss wirklich sehr sehr anstrengend sein, einen eigenen willen zu entwickeln, entdecken, verteidigen, kundzutun.

und er kann zicken wie im lehrbuch. er läuft sogar weg. und er läuft und läuft und läuft. während der grosse sich auch heute noch ungern auch nur 10 cm von mir entfernt oder je von mir weggelaufen wäre, läuft der kleine einfach weg und dreht sich nicht einmal um, um zu schauen, ob ich ihm nachlaufe (was ich selbstverständlich tue). und gestern war es wieder so weit. der kleine bekommt nicht, was er wollte. (keine ahnung, was es war. ich bemühe mich echt um übersetzung, rätsellösung und verständnis!) und läuft weg. ich also hinterher. und als er dann endlich irgendwann stehen bleibt, frage ich: «was ist denn los, kleiner?» und er so mit ganz bösem blick: «kacke am dampfen!»

ich hab dann gelacht, was man ja nicht sollte. er aber auch.

Heimnachteil.

Seit einem Jahr wohnen wir jetzt hier. Ich werde ja nicht müde herauszuposaunen, welch Glück wir hatten: ein bezahlbares Mietshaus mit Garten und Baum in einem kinderreichen und freundlichen Quartier in der Stadt. Kindergarten und Schule fast in Sichtweite (Hörweite definitiv), der Spielplatz einen Katzensprung von unserem Gartentor entfernt, bunt gemischte NachbarInnen, jung und alt, manchmal Bullerbü, manchmal Lönneberga.

Nur manchmal, wenn es eng wird zwischen den Reihen, wenn wieder Sturm geklingelt wird zum Spielen draussen, wir aber gerade gemütlich nichts oder ganz viel gemacht haben, nur wir drei oder vier, dann denke ich: So ein Leben auf dem Land, in einem ganz abgeschiedenen Haus, weit weg von der Stadt und der nächsten Bushaltestelle, hätte doch auch was. (Da wäre sicher auch Homeschooling erlaubt!)

Buchempfehlung Ihrer Lieblingsbibliothekarin: Känguru Rudi geht verloren

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eigentlich mag ich keine problem-themen-bilderbücher. aber das ist viel mehr als das: „mama! känguru rudi geht verloren„. das absolute lieblingsbuch des zweijährigen buäbs, wunderschön illustriert mit sehr vielen lustigen details, schönen bildern, vielen unterschiedlichen tieren und menschen und einem guten und sinnvollen text.

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und auch ein wichtiges thema: verloren gehen und sich wieder finden. wie macht man das? zuerst einmal: «kannst du mich mal nicht mehr sehen, hüpf nicht weiter, bleibe stehn!» und von wem lässt man sich helfen? von der komischen schlange? eher nicht. von der giraffenmama mit kind? eher schon.

wirklich echte empfehlung für alle kinder, die tiere (fische!), abenteuer, mamas und papas oder eis lieben. für eltern, die angst haben vor der verloren-gehen-situation. und für alle anderen zum verschenken.