buchempfehlung ihrer lieblingsbibliothekarin: das wasserscheue krokodil

mal was altes (2014), aber sehr bewährtes: „das wasserscheue krokodil„. eigentlich eines meiner liebsten bücher für meine buben. vor 4 jahren in holland gekauft (deshalb heisst unseres auch „de krokodil die niet van water hield“) und heiss geliebt, zuerst vom grossen und jetzt auch vom kleinen.

ein paar krokodil-geschwister, die es allesamt lieben, ins wasser zu tauchen, zu schwimmen und zu toben. auf mamas rücken zu sitzen, während sie durchs wasser gleitet: ein traum und ein spass. ausser für eines: das wasserscheue krokodil. es mag kein wasser, nicht mal an der zehenspitze. „wasser war kalt, wasser war nass und wasser war peinlich.“

es fühlt sich ausgeschlossen und alleine und fragt sich (auch nachts), warum es denn so anders ist.

eines tages überwindet es sich und springt ins wasser. grauenhaft. und so kalt, dass es niesen muss. aber was kommt da aus der nase? ganz viel feuer und dann ein bisschen rauch. ist das krokodil womöglich gar kein krokodil?

ein wirklich wunderbares buch, besonders für kinder, die manchmal vielleicht ein bisschen anders sind als der rest. und das mit gutem grund! ganz schöne zeichnungen mit liebevollen details. ein buch, das man hunderte male anschauen und erzählen kann (und will!). ich spreche aus erfahrung.

ode an den mittagsschlaf

nicht meinen. ich hab nie einen gemacht. als kind vielleicht schon. wobei: wenn man meiner mutter glaubt, war ich mit einem jahr windelfrei. es kann also gut sein, dass ich damals auch mit algebra und russischer grammatik angefangen habe und keine zeit mehr hatte für mittagsschlaf.

ich meine den der kinder.
ich habe ihn immer geliebt. ich habe nie selbst geschlafen in dieser zeit, obschon es ja den sehr klugen rat gibt: „schlafe, wenn das baby schläft“. (und den noch besseren konter: „gute idee, ich koche dann, wenn das baby kocht und räume auf, wenn das baby aufräumt.“) ich kann tagsüber nicht schlafen. ich fühle mich anschliessend immer, als sei ich betrunken. was sich jetzt irgendwie erstrebenswerter anhört, als es wirklich ist.

ich habe die zeit ähnlich genutzt. meist auch in der horizontalen. kaum hat das kind ENDLICH die augen zu, sofort aufs sofa, füsse hoch. es waren MEINE minuten des tages. es gab sogar zeiten, in denen ich eine zigarette geraucht habe (nicht auf dem sofa, auch wenn das irgenwie noch cooler gewesen wäre). ein bisschen habe ich mich dann gefühlt wie die kinderlose single-frau, die ich manchmal gerne wäre. nur ein paar minütchen pro tag. höchstens.

leider haben die kinder nie synchron geschlafen. also tagsüber. nachts schaffen sie es ab und zu. der grosse hatte den mittagsschlaf pünktlich mit der geburt des kleinen bruders abgeschafft. und so haben wir den schlaf des kleinen bruders oft genutzt, um mal wieder zu zweit zu sein. wahrscheinlich hat sich der grosse dann gefühlt wie das einzelkind, das er manchmal gerne wäre. vielleicht öfter als ein paar minütchen pro tag.

wie dem auch sei. man ahnt es: es ist langsam vorbei mit der kleinen pause mitten am tag. und nein, meine kinder sind keine von der sorte, die siesta machen oder zimmerstunde. sie können sich hervorragend selbst beschäftigen, vorausgesetzt, sie hören mama irgendwo irgendwas arbeiten. sollte sie es wagen, sich hinzusetzen oder gar hinzulegen: auf sie mit gebrüll.

und so klappere ich mit geschirr und denke: früher war alles besser. und mir kommt in den sinn, dass es noch schlimmer wird. eines tages sind sie teenager und bleiben noch länger wach. bleibt nur zu hoffen, dass bis dahin das familienbett kein thema mehr ist und zusammensein mit der mutti nicht mehr ganz so attraktiv.

ach, wie ich sie vermissen werde, meine kleinen magnete.

 

(und wer jetzt kommentieren möchte: na wenigstens schlafen sie abends früher/schneller ein / schlafen sie nachts dafür durch. don’t. just don’t.)

my happy place

es gibt dinge, die machen mich unverhältnismässig glücklich: caramel, handdesinfektionsmittel, ein leerer waschkorb (konjunktiv), kurze fingernägel (bei mir und allen anderen lebewesen auf diesem planeten). was aber alles toppt: unser estrich (helvetismus für dachboden). nicht unser estrich an sich, obschon der auch ganz okay ist. aber die schätze, die er birgt. ganz konkret: kinderkleidung. es gibt fast nichts im leben, das mich glücklicher macht, als in den estrich zu klettern und zu schauen, ob ich passende schuhe, hosen, jacken, in grösse xy habe und sie auch zu finden.

ich habe mich gefragt, was das über mich aussagt (ausser, dass ich momentan ein sehr tristes leben führen muss, weil mich das so glücklich macht). ich habe immer über freundinnen gelacht, die leidenschaftlich auf kinderkleiderbörsen oder in seconhandläden stöbern gehen. wie kann man nur so freude an schnäppchen haben? mich bringt keiner dahin: viel zu viele mütter (väter sind offenbar nicht zuständig für kinderkleider), laute kinder, gewusel, hektik.

ich weiss es jetzt: mein estrich ist meine kinderkleiderbörse. einfach ohne andere menschen. ich lache nie mehr über meine schnäppchenjägerinnen. sie sind wie ich, einfach weniger misanthropisch.

guten morgen?

es gibt so tage (wie heute), da komme ich bei der lohnarbeit an (07:40 uhr), jemand begrüsst mich mit: «guten morgen» und ich frage mich: ist immer noch morgen? kann nur einer mutter oder einem vater passieren. ich bin eigentlich schon wieder müde, denn ich habe bereits:

  • mich erfolgreich aus dem ehebett, das sich heute nacht wundersamer weise in ein familienbett verwandelt hat, geschlichen
  • gefrühstückt, geduscht, mich geschminkt
  • den mann geküsst und mit ihm gelacht
  • den grossen buäb begrüsst und ihm frühstück gemacht, aber erst nachdem wir über die vor- und nachteile von vulkanen gefachsimpelt haben
  • znüni für den kindergarten gemacht und eingepackt
  • die überbleibsel der nacht verschwinden lassen (klingt aufregend, war es früher auch. heute sind es: eine windel und eine milchflasche)
  • schuhe geputzt und imprägniert
  • zwei kleidermännchen auf den spielzimmerboden gelegt
  • bibliotheksbücher zusammengesucht
  • den kleinen buäb im schlaf geküsst
  • mit meiner mutter geredet
  • 30 min zur lohnarbeit spaziert

und dann komme ich dort an und denke: morgen? ich habe noch einen ganzen tag vor mir? na halleluja.

(inspiriert übrigens von anyworkingmom, bei der ich letzte woche gastbloggen durfte. grosse blogempfehlung sowieso!)

Fragen aus der Quarantäne.

Ein bisschen monothematisch ist es hier. Es tut mir leid. Ich tu mir leid. Wir sind schon wieder krank. Und das wirft Fragen auf.

Wann kann ich wieder mal raus? Kann ich die Kinder dieses Jahr auch gegen Grippe impfen? Ist es schon Mittag? Ist Milch wirklich schleimbildend? Wie fühlt sich die Freiheit an? Hat der Kleine jetzt das gleiche wie der Grosse oder ist das schon was Neues? Schreibt man das gross oder klein? Kann ich ungeschminkt zum Briefkasten? Wen haben wir alles angesteckt? Haben wir noch Vaseline? Wie lange darf man Fieber senken? Träumt er was lustiges? Soll ich mich schminken? Ist schon Frühling? Hat er Handmundfuss? Wie viel TV ist okay? Wie bringe ich den Saft in das Kind? Ist das alles noch normal? Haben sie dasselbe wie die Nachbarn? Wie machen das andere? Hat er was am Auge? Wie bringe ich die Tropfen in das Kind? Warum bin ich nicht der Vater? Ist Bobo oder Peppa schlimmer? Werde ich mich draussen noch zurecht finden?

Und wie immer: Keine Zeit für die Antworten.

die buben und das holz (und ihre mutter)

mindestens einmal pro tag bin ich mit den kindern draussen. meistens zweimal. jedes einzelne mal schleppe ich zweige, äste und hölzer mit nach hause. nicht, weil ich das unbedingt möchte oder brauche. ich kündige manchmal sogar im voraus an, dass ich heute nichts nach hause schleppen werde, dass jeder sein beute selbst tragen muss. und tu es dann doch wieder. mal ganz abgesehen davon, dass ich als autofreier mensch sowieso täglich irgendwas nach hause schleppe. ich bin froh, dass wir noch ein kind im kinderwagenalter haben. immer seltener sitzt da zwar ein kind, aber immer öfter eben zweige, äste, hölzer.

warum die das tun? keine ahnung. instinkt? sammelwut? testosteron? vorbild? (zumindest liegt bei uns dieses buch herum. könnte also sein.) ich hab aufgehört mich das zu fragen. der grosse hat das getan, der kleine fängt jetzt auch an. sie sagen, sie machen irgendwann ein feuer damit. falls das wirklich geschieht, wird es ein grosses feuer.

warum ich das tue? erstens: weil ich sie liebe. (darum mache ich überhaupt alles.) zweitens: weil ich es gut finde. ich verstehe es zwar nicht, aber ich finde es gut. meine kinder haben keine ahnung, was paw patrol ist und sie interessieren sich nicht für das, was im überraschungsei steckt (aber natürlich für die schokolade drum herum). sie schleppen halt einfach holz in der gegend herum. ich finde: es könnte schlimmer sein. und mache mit.

Buchempfehlung Ihrer Lieblingsbibliothekarin: Die Fibel der Gelassenheit.

Die gute Nachricht für all jene, die mich für den letzten Blogpost ein bisschen gehasst haben: Es wurde dann doch noch ziemlich doof.

Aber ich habe jetzt das passende Buch für mich gefunden: Die Fibel der Gelassenheit. Das kleine ABC eines entspannten Familienlebens.

Ein Beispiel und gleich ein Volltreffer: „A wie Ansprüche, zu hohe: Überflieger im Job? Immer entspannt mit den Kindern? Beste Feinbäckerin der Welt? Immer ein persönliches Geschenk, handgefertigt und originell? Sich einrichten wie in „Schöner wohnen“? … Ich picke mir das raus, was für mich passt, was mein Herz höher schlagen lässt, was zum Ausdruck bringt, wer ich bin. Der Rest kommt in die Tonne.“

Nein, wirklich neu war mir nichts. Aber ein guter Reminder, liebevoll aufbereitet. Die Illustrationen sind jetzt nicht so mein Stil, aber ich kann mir vorstellen, dass die bei vielen sehr gut ankommen und dass dieses Büchlein ein wundervolles Geschenk sein könnte für frische oder schon erfahrenere, aber leicht gestresste Eltern. Wie mich.