1000 fragen an mich selbst #31

601: Worauf achtest du bei jemandem, dem du zum ersten Mal begegnest? auf die stimme, auf die aufmerksamkeit (eltern mit kindern sind entschuldigt), auf den blick.
602: In welcher Hinsicht könntest du etwas aktiver sein? ich könnte mehr sport und yoga machen, ich könnte mehr abmachen (ohne kinder). aber ich bin ehrlich gesagt abends (wenn ich für solche dinge zeit hätte) einfach zu müde und bin so gerne alleine (oder mit meinem mann zusammen). aber es kommen auch wieder aktivere zeiten.
603: Spielst du in deinem Leben die Hauptrolle? momentan sind es logischerweise eher die kinder. aber ich schau schon, dass ich nicht zu kurz komme.
604: Welcher Lehrer hat einen positiven Einfluss auf dich gehabt? wie traurig, dass ich so lange überlegen musste. ich hatte nie grosses pech mit meinen lehrern oder lehrerinnen, aber auch nie jemanden, der wirklich einen positiven einfluss auf mich gehabt hätte. lag vielleicht auch daran, dass ich immer so ein durchschnittliches schulkind war und selber nie positiv oder negativ aufgefallen bin.
605: Was würdest du am meisten vermissen, wenn du taub wärst? meine mutter ist gehörlos, deshalb kann ich diese frage sehr gut beantworten: selber entscheiden zu könnne, ob man an einem gespräch teilhaben möchte oder nicht.
606: Über welche Nachricht warst du in letzter Zeit erstaunt? über den gesundheitszustand eines familienmitglieds (positiv).
607: Wärst du gern wieder Kind? nein. ich bin sehr gerne erwachsen und ich liebe dieses alter, das ich gerade habe.
608: Was kannst du stundenlang tun, ohne dass dir langweilig wird? lesen.
609: Wann warst du zur richtigen Zeit am richtigen Ort? als ich mich spontan an einem (sehr speziellen) ort beworben habe. zufällig wurde gerade eine stelle frei, ich bekam sie und lernte dort meinen mann kennen. (eigentlich kannten wir uns schon vorher.)
610:Denkst du oft darüber nach, wie Dinge hergestellt werden? ja, und trotzdem ignoriere ich es oft.
611: Welche kleinen Erfolge konntest du zuletzt verbuchen? minus 2 kilo.
612: Wirst du meistens jünger oder älter geschätzt? jünger ist leider schon lange nicht mehr passiert.
613: Wann hast du zuletzt Sand unter den Zehen gespürt? gestern im sandkasten.
614: Welchen Beruf haben sich deine Eltern für sich vorgestellt? mein vater wollte, dass ich anwältin werde („du bist fies genug und hast immer das letzte wort. und reich wirst du auch.“). hab ich nicht gemacht, hätte ich vielleicht wirklich sollen. mit büchern macht man einfach kein geld.
615: Welches Gerät von früher fehlt dir? keines.
616: In welcher Hinsicht denkst oder handelst du immer noch wie ein Kind? ich bin manchmal ein bisschen zu impulsiv. hüstel.
617: Heilt die Zeit alle Wunden? nein, leider nicht.
618: Bist du romantisch? ich glaub nicht so sehr.
619: Was würdest du einem jüngeren Ich mit auf den Weg geben? bleib bei dir und lass dir nicht so viel gefallen.
620: Was machst du mit Souvenirs, die du bekommen hast? ich bekomme selten souvenirs. ich habe aber noch eine kleine heiligenfigur, die mein kleiner bruder mir einmal mitgebracht hatte, als er noch ganz klein war. sie hat schon zweimal den kopf verloren, aber sie wird für immer bei mir bleiben.

eine sammlung und idee von pinkepank.

Advertisements

chindsgi

ich habs ja schon öfter hier erwähnt: in kürze startet hier für den grossen buäb der kindergarten*. der grosse nimmt es bisher für seine verhältnisse ziemlich locker. ich rechne allerdings schon mit einer anstrengenden ersten zeit und entsprechenden reaktionen und überraschungen bei ihm. wir halten uns prophylaktisch mal die nachmittage frei und kaufen viel nervennahrung ein.

wer hier aber seit zwei tagen voll die krise schiebt: das bin ich. ich träume schlecht, ich wünsche mir das familienbett zurück, ich frage mich, warum er plötzlich durchschläft mit seinen erst 4,9 jahren, warum er nicht öfter kuscheln kommt, warum er plötzlich so gross ist, schaue fotoalben an und bin wehmütig und überlege allen ernstes, ob ich oranol für ihn kaufen soll (gibt es das noch? das hat meine mutti immer gekauft zum schulanfang). ja, ich gluckere hier so rum und versuche mir natürlich nichts anmerken zu lassen, weil ansonsten ist ja wieder mutti schuld, wenn das kind dann schwierig tut.

ich fragte mich auch, ob das normal ist und habe von expertinnen (müttern) erfahren: ja, alles ganz normal. kopfkino und wehmut. das gehört dazu.

ich werde also sonnenbrille tragen nächste woche.

 

*kindergarten in der schweiz  = gehört zum schulsystem, ist also obligatorisch. dauert zwei jahre, danach geht es in die schule. in den „chindsgi“ kommt, wer bis zu einem stichtag (hier 31. juli) 4 jahre alt ist. im ersten schuljahr ist der chindsgi nur am vormittag für 3-4 stunden. im zweiten jahr dann auch zwei nachmittage. am mittag gehen die kinder nach hause oder in die tagesbetreuung. unserer kommt nach hause.

hallo august!

der august hat toll angefangen. was sonst noch los sein wird:

  • der mann und ich werden seit ewigkeiten wieder mal abends ohne die kinder weg gehen
  • der grosse buäb ist auf seine erste party eingeladen
  • und wird mit dem kindergarten anfangen (uiuiui, bin ich nervös!)
  • unser alltag wird sich entsprechend extrem verändern (kindergarten ist im ersten jahr immer am vormittag, der kleine buäb und ich (oder seine oma oder sein papa) sind dann immer alleine) und wir uns alle wieder neu einleben müssen
  • wir sind ein wochenende im zweiten daheim in den bergen
  • ich werde unser gartenbänkchen endlich fertig restaurieren, so dass wir auch vor dem haus einen schönen sitzplatz im schatten haben
  • und vielleicht die steuererklärung ausfüllen (bevor ich gemahnt werde)
  • ich werde ein kilo abnehmen (bin bald am ziel!)
  • wir werden tomaten und bohnen aus dem garten essen (kürbis, trauben, kabis und kartoffeln brauchen noch ein wenig länger)
  • ich werde sparen müssen, weil ich unsere ferien im oktober buche
  • ich werde wieder einmal ein neugeborenes im arm halten dürfen
  • und und und das leben wird einige überraschungen bereit halten…

 

eine idee von frische brise.

 

1000 fragen an mich selbst #30

581: Wie kannst du es dir selbst leichter machen? ich könnte mir weniger gedanken (um zukünftige dinge) machen, ganz klar.
582. worum weinst du insgeheim? um einige dinge, die ich oder meine mutter weggeworfen haben, jetzt aber gerne wieder hätte und sei es nur als erinnerung.
583: Hast du jemals einen Liebesbrief geschrieben? ja.
584: Hast du jemals einen Liebesbrief bekommen? ja. der mann hat sogar gedichte geschrieben für mich. tut er heute erstaunlicherweise gar nicht mehr.
585: Spendest du regelmäßig für einen guten Zweck? ja. gerade zum beispiel für mambrella.
586: In wie vielen Weltstädten bist du gewesen? 16.
587: Welchen Modetrend von früher findest du heute lächerlich? ganz mutti finde ich alles, was total unpraktisch ist, lächerlich.
588: Ist deine Grundeinstellung positiv? ja, könnte man wohl sagen.
589: Wie reich wärst du gerne? so reich, dass wir uns ein bisschen mehr gönnen könnten im alltag und in den ferien. so reich, dass wir mehr auf die seite legen könnten für das alter und für unsere kinder. so reich, dass ich mehr spenden könnte.
590: Darf man lügen, um jemanden zu schützen? ja.
591: Was hast du in letzter Zeit gebraucht gekauft? schuhe für die kinder.
592: Was ist als Kopie besser als das Original? keine ahnung.
593: Hörst du gut auf deinen Körper? ja, sehr.
594: Von welchem Beruf weißt du nicht, was man da genau macht? von sehr vielen.
595: Was stimmt nicht, wenn du dich jetzt umschaust? wenn ich aus dem fenster schaue, sehe ich vor allem trockenheit. braune wiesen, durstige pflanzen, arme bäume.
596: Was wünschst du dir für die Menschheit? ein bisschen mehr empathie.
597: Gehst du unter Leute, wenn du dich allein fühlst? ich fühle mich wahnsinnig gerne alleine und „unter leuten“ bin ich auch nicht so gerne.
598: Welche Droge würdest du gern ausprobieren, wenn sie legal wäre? keine.
599: Wann hattest du zuletzt Schmetterlinge im Bauch? immer wieder bei meinen kindern, die sind schon ziemlich herzig und toll. in die bin ich definitiv verliebt. und natürlich auch in meinen mann. die schmetterlinge kommen leider auch in unserem alltag oft zu kurz, aber es gibt da diese blicke und momente…
600: Wie oft schaltest du dein Telefon aus? immer nachts.

eine sammlung und idee von pinkepank.

chills mal.

wie sehr ich es liebe, wenn ich ein thema habe und merke: ah, da draussen gibt es noch mehr menschen mit diesem thema. ich bin gar nicht so komisch!

diese ferien zum beispiel: wir sind in unserer ferienwohnung. ich hab auch da mein aufräumdings. das bedeutet: abends wird alles picobello aufgeräumt. der mann sagt dann oft: chills mal. (macht natürlich extrem wütend. noch wütender machen nur kommentare dazu, wie fleissig ich immer bin. ja danke. wer sonst?) warum ich nicht chille? weil wenn ich es heute nicht mache, dann muss ich es morgen machen. wenn ich es morgen nicht mache, muss ich es übermorgen machen. es kommen erstens keine heinzelmännchen und zweitens wird alles nur noch schlimmer. „chills mal“ bedeutet also einfach: chill jetzt und mach dann das doppelte morgen.

und eben: ich bin nicht alleine.

#fedisbest

es ist mal wieder brestfeeding week. (wann ist eigentlich flaschenwoche? okay, am marketing muss ich noch arbeiten.) da gehört auch mein senf dazu.

vor den kindern hab ich mir ziemlich wenig gedanken übers stillen gemacht. ja klar, werde ich machen, wenn es klappt. und sonst einfach lassen. ich naives ding.
dass es schwieriger werden könnte mit dem stillen und zwar nicht einfach mit der technik, dem milchfluss, dem stau, den nippeln, etc., sondern mit den anderen menschen, das wurde mir erst bewusst, als ich eines tages, noch immer kinder- und bauchlos, an einer vernissage war. ein mann (!), den ich von der arbeit kenne, beginnt plötzlich vor mir und meiner freundin übers stillen zu referieren. wohlgemerkt: es ging bei dieser ausstellung nicht um brüste, kinder oder laktose. wir hatten keine ahnung, wie er plötzlich auf dieses thema kommt. er hat uns also erklärt, wie wichtig es ist, wie schön, wie gesund, wie unersetzlich, … wir sind geflohen und haben gehofft, dass wir ihn nie wieder sehen. (was nicht eingetroffen ist. wir wurden später nachbarn, haben aber zum glück nie mehr miteinander übers stillen oder sonst was reden müssen.)

später, dann mit bauch, habe ich auf twitter mal von einem mann (!) auf einen sinngemässen tweet à la «soll doch jede selber entscheiden, ob sie stillt oder nicht» die antwort bekommen, dass ja wohl jede frau stillen möchte, aber halt nicht jede kann. aha. sorry, wusste ich nicht. danke.

und später, dann wirklich stillend und sehr leidend, kommt dann der mann (!) ins spiel, der die ehre der männer rettet (das war mein vater) und der mich, bevor er sprach (er spricht nicht viel), fragte, ob ich seine meinung hören wolle. ich wollte. und er sagte diesen satz, den ich nie vergessen werde, den ich gerne an andere mütter weitergebe und der mich gerettet hat: «dem kind ist es egal, woher die milch kommt. hauptsache, es wird satt.»

 

putzfrauensyndrom

hin und wieder passiert es mir, dass ich mich für etwas überwinde und dann auf den deckel kriege. zum beispiel beim hilfe annehmen oder teamplayen. häufig sage ich dann im nachhinein: «das war mir mal wieder eine lehre.» und denke: «das hätte ich besser (oder schneller) alleine gemacht.» esoteriker und sonstige verfechter des positiven denkens würden sagen, ich ginge nicht genug optimistisch an die sache ran oder ich hätte meine wünsche nicht gut genug formuliert. ach ja und kein kokosöl gegessen (oder trinkt man das oder schmiert man das ein?). anyway. ich glaube einfach, ich kann meistens einfach alles besser habe manchmal einfach pech mit der qualität fremder arbeit.

ich bezahle also momentan eine frau fürs gelegentliche (seltene) hüten meiner kinder. wenn ich zum arzt muss, wenn ich zum coiffeur muss, wenn ich unüblich lohnarbeiten muss, … und da frage ich mich erstens natürlich, ob die qualität dieser arbeit stimmt. selber machen kann ich es in diesem fall nicht, denn ich kann die kinder einfach nicht mitnehmen zum arzt, coiffeur oder zur arbeit. ich weiss, es gibt solche, die man mitnehmen kann. ich hab aber eine andere sorte. die wilde, laute und ungeduldige (die normale halt).

wo ich mich aber schon fragte, warum ich immer so ein scheisspech habe, war bei der zweiten frau, die ich fürs arbeiten bezahlen wollte. ich hatte nämlich schlimmen rücken (sehr schlimmen rücken, ich hätte die schmerzen gerne gegen wehen getauscht und glauben sie mir: ich weiss, was wehen sind) und mich überwunden, hilfe beim putzen zu organisieren. so kam also eines tages diese frau und hat geputzt. behauptet sie. ich habe wenig bis nichts davon bemerkt, ihr sofort wieder gekündigt und wollte meinen schlüssel zurück. ich habe angerufen, auf die combox geredet, ein mail geschrieben, nochmals angerufen, gewartet. ein sms geschrieben, gewartet. angerufen, gewartet. kein schlüssel, keine antwort, kein geputztes haus. und dann, nach einer drohung meinerseits (kann ich gut, übe ich an meinen kindern), ging es sehr schnell. die frau musste nur noch nachfragen, wo ich denn wohne (jaha, kann man ja mal vergessen als putzfrau) und brachte den schlüssel nach wochen endlich zurück.
wenigstens kam nie eine rechnung.

und die moral von der geschicht: wenn ich möchte, dass das haus geputzt ist, mach ich das selber. wenn ich möchte, dass es nicht geputzt ist, auch. kostenlos.