flasche.

gefühlt habe ich erst gerade darüber geschrieben. aber ich kann nichts dafür: kaum ist die breastfeeding week vorbei, ist auch schon wieder weltstillwoche. ja, ich hab mich auch gewundert.

die woche ist vorbei und es ist höchste zeit für meinen extrem objektiven senf dazu. wenn man sich nämlich mal mit der anderen seite, jener jenseits von harmonischen stillbildern und #stillenistliebe beschäftigt, trifft man auch auf abgründe. ich sage nur: aktionsgruppe babynahrung und internationaler kodex zur vermarktung von muttermilch-ersatzprodukten, baby-friendly hospital etc.

die sache ist nämlich die:

  1. keine werbung machen zu dürfen für pre-nahrung ist doof. weil: pre-nahrung ist super. sie ist die nahrung, die der muttermilch am nächsten kommt und von neugeborenen am besten vertragen wird. wenn man keine werbung dafür machen darf, dann sieht man halt nur werbung für folgemilch und kauft dann die. dabei wäre pre viel besser, auch lange über 6 monate hinaus.
  2. keine kostenlosen muster bedeuten auch, dass man als eltern unter umständen viel geld ausgeben muss, bis man endlich die richtige nahrung für das baby gefunden hat. auch nicht schön für das baby.
  3. „stillen ist das beste für ihr baby“ ist jetzt nicht unbedingt der beste zuspruch für eltern, die nicht stillen. für sie getestet. mehrmals täglich. in fragilen zeiten.
  4. ein „babyfreundliches spital“ hilft beim ersten und tausendsten anlegen, beim abpumpen, bei der wahl des stillhütchens, stillbhs, strilltralalas. aber es gibt halt keine auskunft darüber, welche pulvermilch gut wäre, welche flasche, wie die flasche gegeben werden sollte, wie und wie oft sterilisiert werden sollte usw. hebammen sind da oft auch keine hilfe.
  5. es wird zeit für eine flaschenwoche oder noch besser: eine fütterwoche (eben: am marketing muss ich noch arbeiten) und für mehr #fedisbest. auf instagram, im spital und everywhere.

peace. 

Schlaftetris

Ferien mit kleinen Kindern. Muss ich noch mehr schreiben? Ich erinnere mich so gut an unseren Schock, irgendwann 2014, dass nicht nur unser Alltag nie mehr derselbe sein würde, sondern nun eben auch unsere Ferien. Von Erholung keine Spur, ganz im Gegenteil. Eigentlich ging einfach unser Alltag weiter, nur an einem fremden Ort, worauf Babys ja ganz chillig reagieren. Nicht.

Unterdessen sind die Ferien noch immer nicht wirklich erholsam (was vielleicht auch daran liegen könnte, dass bei uns finanziell keine Nobelhotels mit Pool und Spa drin liegen, sondern halt eher Camping). Aber wir geniessen nun doch die neue Umgebung und vor allem einfach die Zeit zu viert. So ein Luxus.

Woran ich mich aber nie gewöhnen werde, ist das Schlaftetris (ja, ein bisschen monothematisch hier auf dem Blog. Liegt daran, dass er fehlt, der thematisierte). Wer bringt wen wo ins Bett, wer schläft wo, wer fällt wo nicht raus, wo liegt der Kuschelbär bereit und wo die Milchflasche, wie machen wir Licht, wo ist die Uhr und wo deine Hand?

Wir nehmen in jeden Urlaub einen Akkuschrauber mit und Werkzeug, damit kann jedes störende Nachttischchen ab- und später wieder aufgebaut werden. Betten werden an Wände geschoben, Absperrungen und Rausfallschütze gebaut, Kinder umgebettet und belogen (jaja, der Papa liegt auch gleich daneben).

Irgendwann ist jedes Teil, jedes Möbel und jeder Mensch an seinem Platz und alle können schlafen. Nur ich liege wach und freue mich auf Zuhause. Wo alle brav dort liegen, wo sie hingehören. Der Mann neben mir, die Buben in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer. Zumindest bis es wieder los geht mit „Mamaaa!“ und trippeltrappel mitten in der Nacht und sich alle wieder irgendwo einkuscheln in meiner Nähe. Schlaftetris halt.

Pro Schlaf

Familienbett finde ich eine wirklich gute Sache. Total logisch, dass Babys und auch noch Kinder nahe bei Mama und Papa schlafen möchten. Die erleben tagsüber so irre Dinge, die sie noch nicht einordnen können und träumen bestimmt genau so irr, dass nur Mama oder Papa die Sicherheit geben können: „Alles ok hier und kein Säbelzahntiger in der näheren Umgebung. Weiterschlafen.“ Ausserdem ist es schön warm und gemütlich, schöppelen geht auch ganz fix und niemand möchte nachts alleine sein. Oder?

Ja, soweit die Theorie. Das leuchtet mir alles ein. Und auch ich finde es total herzig, so ein schlafendes Baby oder Kind. Auch ich könnte es stundenlang anschauen und anschmachten und dankbar sein. Aber (gut) schlafen daneben kann ich halt einfach nicht.

Frisch verliebt (und damit meine ich die ersten 24 Stunden, egal ob bei einem Kerl oder einem Baby) geht das problemlos: eng umschlungen da liegen und geniessen. Aber ehrlich: An Schlaf ist da bei mir nicht zu denken. Eine schlaflose Nacht überstehe ich. Danach werde ich asozial.

Ich mag keine Beine in meinen Rippen (ich glaube nicht an Gebärmutterheimweh, zumindest nicht mit 5 Jahren und mit 22 Monaten, aber die scheinen wirklich jede Nacht genau diese Situation nachspielen zu wollen), ich mag sie auch nicht im Gesicht. Ich kann nicht schlafen, wenn jemand atmet (mich selbst ausgenommen). Zumindest nicht so, dass ich es mitbekomme. Ich liebe meine eigene Decke und die muss millimetergenau rechtwinklig da liegen und bis zur Nase gezogen werden können, ohne dass der Winkel unten verschoben und die Füsse frei gelegt würden. Auch keine optimale Voraussetzung für das Teilen eines Bettes. (An das Teilen von Bettwäsche möchte ich nicht denken, ich bekomme nur schon bei der Vorstellung ganz schlimmen Herpes!) Ich mag Körperkontakt wirklich sehr (nur mit drei Menschen auf dieser Erde). Aber ich mag eben auch Schlaf.

Den Buben ist das übrigens alles herzlich egal. Die schleichen sich in unser Bett, wann immer es ihnen passt. Der Kleine drückte mir letzte Nacht seine Patschehändchen ins Gesicht und als ich etwas grummelte, kam er noch näher und meinte: „Mama striichälä.“ Ich sehe es positiv: Könnte ich schlafen, würde ich all diese süssen Szenen in der Nacht verpassen.

Im Oktober…

  • geniessen wir unsere Ferien am Strand, von wo ich auch gerade schreibe. Wir baden im Meer und im Pool, sändelen, sammeln Muscheln (wohin bloss damit?), malen, essen Pizza, lesen, genießen ganz einfach auch mal wieder nur zu viert zu sein.
  • geniessen wir anschließend noch zwei weitere Wochen Schulferien (der grosse Buäb, wir lohnarbeiten wieder). Morgens nicht aufstehen und hetzen müssen, den ganzen Tag zusammen sein können (und keine Znünibox richten müssen).
  • gehen wir mit Freunden in den Zoo.
  • und samt Kindern an ein grosses Fest zu einem 40. Geburtstag.
  • und wieder mal nach Züri.
  • kann ich endlich wieder mal ein klitzekleines Baby im Arm halten.
  • fange ich an mit den Adventskalendervorbereitungen.
  • laden wir die Nachbarn ein zu Marroni.
  • machen wir den Garten herbst-, vielleicht sogar schon winterfein.
  • backe ich mindestens zwei Kuchen.

Eine Idee von Frische Brise.

citius, altius, fortius

schneller, höher, stärker.

gefühlt geht es momentan beim grossen buäb und seinen freunden nur darum. wer kann besser tschutten, wer kann schneller rennen, wer kommt höher auf den kletterturm, wer traut sich schon runter zu springen, wer hat mehr lego,…? ich weiss gar nicht, ob das so ein testosteron-dings ist oder ob das mädchen auch haben. jedenfalls ist es nervig.

wir machen einen ausflug in den park und wollen – ganz idyllisch – kastanien sammeln gehen. plötzlich sind die jungs total motiviert und meine tasche platzt fast vor kastanien. ich denke noch: warum machen die nicht langsam und gemütlich? und höre dann, wie sie sich eifrig zuflüstern: „bald haben wir mehr als die anderen. mach schnell. jetzt haben wir mehr. wir haben gewonnen.“ nichts mit herbstlicher romantik und idylle.

alles ist ein wettbewerb.

ich bin genervt und verstehe es nicht. überlege auf dem heimweg (ein wettrennen, what else?), ob und wie ich das thema ansprechen könnte. vergesse es dann aber wieder.
und vergesse es dann endgültig, als der grosse buäb beim gutenachtgschichtli zu mir sagt: „mama, jetzt schauen wir mal, wer schneller einschlafen kann.“ und ich antworte: „ja, los! und wer schafft es am morgen länger zu schlafen?“

als erfahrene mutter weisst du nicht nur, dass alles eine phase ist. du weisst auch, wie du sie überleben kannst.

maximal.

überall lese ich: minimalismus, marie kondo, ausmisten, magic cleaning, … und jetzt sind auch noch die armen eltern an der reihe und sollen gefälligst ausmisten, ordnung halten, die übersicht behalten, das spielzeug reduzieren, … als ob wir nicht schon genug andere arbeit hätten.
es hätte schon was, so ein weisses, reines, aufgeräumtes zuhause. allerdings lebe ich ja nach der devise: man darf sehen, dass hier kinder leben. (man darf es auch hören und fühlen. riechen und schmecken lieber nicht.) und wenn ich es mir recht überlege, darf es auch ein bisschen bunter sein.
selbstverständlich: wenn ich dann mal fertig bin mit putzen, steuererklärung ausfüllen, den kindern die haare waschen, nägel schneiden, kleider kaufen, anziehen, flicken, aussortieren, geschweige denn mal einem eigenen hobby oder erholung nachzugehen, ja dann könnte ich mich um minimalismus kümmern. könnte ich, wenn ich es denn eine gute idee fände. wer sich zeit nehmen kann für magic cleaning und co., hat wohl kaum kleine kinder an der backe und womöglich auch keinen staub, den er selber wegputzen muss, geschweige  denn eine steuererklärung, die er selbst ausfüllen muss. aber so oder so ist das thema ja wohl eher was für reichere menschen.

denn: ja, ich mag besitz. warum? weil ich mir lange nicht einfach alles kaufen konnte. weil auch  meine eltern lange nicht einfach alles kaufen konnten. weil es mir immer etwas bedeutete und immer noch bedeutet, wenn ich mir etwas leiste. man ist schon privilegiert, wenn man minimalismus leben möchte und kann. ups, etwas weggeschmissen, dass ich jetzt nach 2 jahren doch vermisse? kauf ich es mir halt wieder.
und nein, ich kauf auch nicht jeden heissen scheiss. bei uns gibt es spielsachen zum geburtstag und zu weihnachten. nicht mal zu ostern gibt es etwas. aber wir alle mögen tolle spielsachen. wenn ich gegen spielsachen wäre, hätte das kind ja gleich in den waldkindergarten gehen können. geht es aber nicht.

und, ganz wichtig: vielleicht macht mir irgendwas keine freude mehr und ich könnte es eigentlich wegwerfen/verschenken/verkaufen. aber vielleicht gefällt es meinen kindern noch? vielleicht hängt da ihr herz dran oder eine schöne erinnerung? ich lebe fast gänzlich ohne materielle erinnerungen und ich kann ihnen sagen: es ist nicht schön.

deshalb: ich werfe nichts weg, ich archiviere. und wenn die buben gross sind, schwelgen sie in schönen erinnerungen. oder sie bestellen eine mulde.

5!

mein grosser!

heute wirst du 5 jahre alt. fünf jahre voller abenteuer – mit dir wird es einfach gar nie langweilig. ♥

du bist so kreativ, werkelst gerne rum im keller bei deiner oder papas werkbank, erfindest maschinen und häuser. baust mit deinen magneten, mit lego oder duplo grosse gebilde, die jedes problem dieser welt lösen können. du sitzt an deinem pult und zeichnest dinge auf, schraubst kabelbinder an papier, klebst marken auf styroporkugeln. wir verstehen nicht immer alles, aber du erklärst es uns ausführlich und ausschweifend. immer.

du liebst bücher (wie könntest du nicht mit diesen genen?), hast mitgeteilt, dass du ein neues bücherregal brauchst, weil deines aus allen nähten platzt. du verziehst dich oft in dein zimmer und man findet dich hinter einem buch. abends muss man dein bett erst einmal von den bücherstapeln befreien, damit du schlafen gehen kannst. du liebst tatu und patu, unter der erde – tief im wasser, strubbel aber auch lustige taschenbücher. und natürlich liebst du es immer noch, wenn ich dir tagsüber oder abends vor dem einschlafen vorlese. es darf nicht „gfürchig oder truurig“ sein. momentan liebst du es ruhig und harmonisch mit tilda apfelkern.

du streitest oft mit deinem kleinen bruder und trotzdem möchtest du niemalsnie ohne ihn im zimmer schlafen. ihr teilt euch nicht nur das schlafzimmer, sondern auch ein spielzimmer, was manchmal nervig ist für dich, denn der kleine möchte alles mitmachen. du zeigst ihm dann schon, dass er nicht erwünscht ist. und trotzdem sagst du, dass du noch einen kleinen bruder willst.

was du fast nie machst: zeichnen. was du nie machst: singen. wir wissen nicht warum, denn papa und ich tun beides sehr selbstbewusst trotz unterschiedlicher qualitäten. da sieht man mal wieder: ihr kinder seid mehr als nur nachahmer. ihr kommt auf die welt und seid ihr selbst. bitte bleibe es für immer und lass dich nicht verbiegen.

ich wünsche dir heute einen wunderbaren geburtstag und freue mich auf dein gesicht, wenn du dein ferngesteuertes auto bekommst, deine bastelsachen, deine kugelbahn zum selber bauen, … und ich hoffe, dass die schatzsuche heute nachmittag mit deinen freunden ein erfolg wird und du staunen wirst über so viel gold und geld. und ich freue mich auf den vulkan heute abend. den hast du dir so verdient.

und für das nächste jahr wünsche ich dir, dass es nie wieder ein feuer(werk)verbot gibt, dass du immer genug knete und glitzer zum basteln hast, dass du viele wege alleine schaffst, aber immer weisst, dass mama und papa auch mitkommen auf all deinen wegen, wenn du es möchtest.

und dass du deinen zauber nie verlierst.

ich liebe dich.
deine mama.